Ratschäge für Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit

Risikofaktoren, insbesondere das Rauchen, ausschalten bzw. behandeln!

  • Rauchen muss völlig eingestellt werden. Nikotin und viele andere Zigaretteninhaltsstoffe sind Gefäßgifte. Weg vom blauen Dunst. Raucher opfern ihre Beine … Sprechen Sie Ihren Hausarzt auf Hilfe zur Nikotinentwöhnung an.
  • Sie sollten auf eine ausgewogene und fettarme Ernährung achten. Übergewicht ist ein wichtiger indirekter Risikofaktor. Normalisieren Sie Ihr Körpergewicht.
  • Bestehende Risikofaktoren – Bluthochdruck, erhöhte Blutfette oder Zuckerkrankheit – sind behandlungsbedürftig und müssen regelmäßig überprüft werden..

Gehen ist das beste „Medikament“!

  • Nutzen Sie jede Gelegenheit, sich regelmäßig und oft zu bewegen.
  • Führen Sie täglich das strukturierte Gehtraing (s. entsprechende Info) durch.
  • Schließen Sie sich, wenn möglich, einer Gefäßsportgruppe an. In vielen Städten gibt es bereits, von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßsport und von der Deutschen Gefäßliga initiiert, solche Gruppen. Zusammen klappt´s besser und macht mehr Spaß!

Vorsicht bei der Fußpflege!

  • Pediküre beim Spezialisten! Bei Verletzungen des Fußes (z. B. eingewachsene Nägel, Hühneraugen oder Hornhautschwielen) sofort den Arzt aufsuchen. Zehennägel lieber länger lassen. Schon bei kleinen Verletzungen besteht die Gefahr von Wundheilungsstörungen. Achten Sie auf eine gute Pflege Ihrer Füße. Zum Waschen sind milde Seifen erforderlich, da sonst die Haut zu stark gereizt wird und austrocknet. Das Waschwasser sollte nicht zu heiß sein.
  • Nach dem Waschen sorgfältiges Abtrocknen, insbesondere der Zehenzwischenräume.

Bequemes Schuhwerk ist wichtig!

  • Tragen Sie bequeme und weiche Schuhe, die nicht drücken; im Winter gefüttert, im Sommer gut luftdurchlässig. Vorsicht beim Eintragen neuer Schuhe. Tragen Sie keine Kunstfasersocken (Pilzgefahr!); besser aus Baumwolle oder Wolle. Täglich Socken wechseln. Nicht Barfuss gehen (erhöhte Verletzungsgefahr).
  • Keine heißen Fußbäder, Wärmflaschen oder Heizkissen, keine Thermalbäder oder Schlammpackungen. Vermeiden Sie feuchte und kalte Füße. Füße warm und trocken halten. Meiden Sie extreme Temperaturen, sei es Kälte oder Hitze, die schlecht durchbluteten Gliedmaßen Schaden zufügen.

Regelmäßige Inspektion der Füße!

  • Fußsohlen und Zehenzwischenräume kontrollieren, insbesondere auf rote Stellen, Blasen, Schwielen und Zeichen eines Fußpilzes achten. Um die Fußsohlen zu betrachten, ist ein Spiegel hilfreich.

Zuckerkranke sind besonders gefährdet!

  • Diabetiker müssen besonders vorsichtig sein. Sie sind hochgradig infektionsgefährdet. Außerdem kann eine durch die Zuckerkrankheit bedingte Nervenstörung (sog. „diabetische Polyneuropathie“) die Schmerzempfindung beeinträchtigen, sodass Komplikationen zu spät erkannt werden. Das Risiko, eine Fußgangrän zu bekommen, ist bei Diabetikern 50fach höher als bei Nichtdiabetikern.

Hautpflege

  • Cremen Sie zu trockene Haut regelmäßig mit einer Fettcreme ein. Kein Pflaster oder Klebeverbände auf die durchblutungsgestörte Haut.

Keine enge Kleidung!

  • Vermeiden Sie unbequeme eng anliegende Kleidung, zu enge Gürtel, Strumpfbänder und einschnürende Strümpfe. Beine nicht übereinander schlagen.

Im Zweifelsfall Hausarzt aufsuchen!

  • Ist bei Ihnen eine Durchblutungsstörung diagnostiziert worden, sollten Sie regelmäßig zum Arzt gehen und Ihren Befund kontrollieren lassen.
  • Bei neu auftretenden Beschwerden (Verschlechterung der schmerzfreien und maximalen Wegstrecke, Schmerzen oder gar Wunden) sofort den Arzt aufsuchen.
  • Kranke mit Durchblutungsstörungen in den Beinen haben auch oft Durchblutungsstörungen der Herzkranzarterien (Angina pectoris = „Brustenge“, bzw. Herzinfarktgefahr) und/oder der Halsschlagadern Schlaganfallgefahr), so dass eine komplette kardiovaskuläre Abklärung angezeigt ist.

Viel trinken!

  • Trinken Sie genügend Flüssigkeit, damit das Blut nicht eindickt (mindestens 2 Liter/Tag).

Wenn es zum Absterben von Gewebe kommt

  • Kommt es bei bestehender Durchblutungsstörung zu einem teilweisen Absterben des Gewebes am Bein oder Fuß, müssen Sie umgehend Ihren Arzt konsultieren. Dasselbe gilt bei Fieber und zunehmenden Schmerzen.
  • Wunden möglichst trocken halten.
  • Fußbäder ein- bis zweimal wöchentlich zur normalen Fußsäuberung. Anschließend mit kalter bis lauwarmer Luft trockenföhnen.
  • Verwenden Sie nicht selbstständig Puder, Salben oder Cremes. Erkrankte Stellen gemäß ärztlicher Anweisung behandeln.
  • Ab und zu den erkrankten Fuß der frischen Luft aussetzen.
  • An Tetanusimmunisierung denken.

Finger weg von nicht wissenschaftlich untersuchten Außenseitermethoden:

  • Frischzelltherapie
  • Chelattherapie
  • Eigenbluttherapie
  • Sauerstoffbehandlungen
  • Ozontherapie
  • Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie (nach Manfred von Ardenne)
  • Hämatogene Oxidationstherapie („Blutwäsche“).

Modifiziert nach Prof. Dr. med. Curt Diehm

Wichtiger Hinweis: zur Zeit je nach Art der Untersuchung und Dringlichkeit Wartezeiten von bis zu 4 Monaten! Je nach Umfang der Untersuchungen Verweildauer von 1/2-3 Stunden! Bringen Sie bitte genug Zeit mit!